Das Bennett Institute for Public Policy an der University of Cambridge hat unter der Leitung von Professor Diane Coyle einen ersten Bericht über die Verbesserung der Wirtschaftsmessung für die Steuerung einer effektiven Wirtschaftspolitik veröffentlicht. Demnach soll nicht mehr alleine das BIP herangezogen werden.

Professorin Diane Coyle: „Der Fortschritt des 21. Jahrhunderts lässt sich nicht mit den Statistiken des 20. Jahrhunderts messen. Wir haben uns auf die Wohlstandswirtschaft konzentriert, um festzustellen, ob es einen Anstieg des Wohlstands gibt oder nicht, da sie die langfristige Fähigkeit einer Volkswirtschaft misst, nachhaltiges Wachstum und einen verbesserten Lebensstandard zu erzielen. Ohne die Messung der Veränderungen dieser Vermögenswerte besteht wenig Aussicht auf Nachhaltigkeit, sowohl in Bezug auf Wirtschaft und Gesellschaft als auch auf die natürliche Umwelt.“

Der Bericht empfiehlt also, sich auf einen alternativen Messrahmen zu konzentrieren, der auf der „Wohlstandswirtschaft“ und nicht nur auf dem BIP basiert: Der Wohlstand wird durch den Zugang zu einer Reihe von Wirtschaftsgütern bestimmt, die die Menschen benötigen, um ihr wirtschaftliches Potenzial zu entfalten, und durch die langfristige Fähigkeit der Wirtschaft, nachhaltiges Wachstum und einen verbesserten Lebensstandard zu erzielen:

1. Physische Vermögenswerte und produziertes Kapital, einschließlich Zugang zu Infrastrukturen und neuen Technologien

2. Nettofinanzkapital

3. Naturkapital, die Ressourcen und Dienstleistungen der Natur

4. Immaterielle Vermögenswerte wie geistiges Eigentum und Daten

5. Humankapital, die angesammelten Kompetenzen sowie die körperliche und geistige Gesundheit des Einzelnen

6. Soziales und institutionelles Kapital

Dimitri Zenghelis, Projektleiter Wealth Economy: „Statistiken sind die Linse, durch die wir die Wirtschaft beobachten: Politiker, Unternehmen und Einzelpersonen ändern ihr Verhalten als Reaktion auf das Bild, das sie durch diese Linse sehen. Unsere statistischen Instrumente müssen dafür geeignet sein, Werte in einer ungewissen und sich rasch wandelnden Welt zu schaffen, in der die Entscheidungen von heute bestimmen, ob wir in der Zukunft die Fähigkeit haben, Wohlstand zu schaffen.“

Photo by mauro mora on Unsplash

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Geschrieben von Karin Bornett

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