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Blümels „Finanzbildung“: Attac warnt vor verdeckter Werbung im Interesse der Banken | attac Österreich

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Diesen Montag präsentierten Finanzminister Gernot Blümel und der Chef der Erste Stiftung, Andreas Treichl, den neuen Bericht zu „Finanzbildung“ in Österreich. Attac warnt dabei vor einer verdeckten Werbestrategie für Finanzprodukte und fordert Finanzbildung als Teil breiter ökonomischer Bildung zu entwickeln.

„Finanzminister Blümel instrumentalisiert den Begriff „Finanzbildung“ für die Interessen der Banken. Doch es ist nicht die Aufgabe öffentlicher Bildung, private Finanzprodukte zu bewerben und damit die Profite von Banken und Versicherungen anzukurbeln“, kritisiert der Ökonom Mario Taschwer von Attac Österreich. Das Finanzministerium verengt „Finanzbildung“ etwa auf Wertpapierkäufe und private Altersvorsorge (1) – eine Gefahr, auf die Attac schon früh im Stakeholderprozess hingewiesen hat.

Finanzialisierung wird bereits Kindern eingetrichtert

 

Attac kritisiert zudem, dass schon jetzt an Schulen viele Finanzbildungs-Initiativen von Interessengruppen wie etwa Banken durchgeführt werden. „So wird die zunehmende Finanzialisierung der Gesellschaft – mit allen negativen Folgen wie Renditedruck, Vorherrschaft des Shareholder Value, Finanzkrisen sowie Ausbeutung von Natur und Beschäftigten – bereits Kindern und Jugendlichen eingetrichtert“, kritisiert Taschwer. Statt Vertreter*innen des Finanzsektors sollten gerade für Schulen unabhängige Personen ausgebildet werden, die keine Gewinninteressen vertreten.

Ökonomische Bildung muss Interessen kritisch beleuchten

 

„Basiswissen über Wirtschaft und Wirtschaftspolitik ist wichtig für demokratische Teilhabe. Doch ökonomische Bildung muss wirtschaftliche Entwicklungen, Interessen und die Funktionsweise von Finanzmärkten kritisch beleuchten“, erklärt Taschwer. Anders als von Andreas Treichl bei der Präsentation behauptet hat, ist fehlende „Finanzbildung“ nicht die Ursache für die wachsende Schere zwischen Arm und Reich. In Wirklichkeit sind es stagnierende Löhne, sinkende Konzern- und Vermögenssteuern und ein unreguliertes Finanzcasino“, erklärt Taschwer.

Finanzbildungs-Dialog des Ministeriums ignoriert kritische Kommentare

 

Wie von der OECD vorgegeben, hielt das Ministerium im Jahr 2020 einen Dialog mit Stakeholdern aus dem Bereich „Finanzbildung“ ab, an dem sich Attac Österreich als erfahrene Bildungsorganisation beteiligte. Doch aus der ausführlichen kritischen Stellungnahme schaffte es nur ein einziger Satz in den Abschlussbericht.

Die neue österreichische Finanzbildungsstrategie soll bis zum Herbst 2021 ausgearbeitet werden. Attac wird den Prozess weiter kritisch begleiten und für ein Verständnis von Finanzbildung als Teil breiter ökonomischer Bildung eintreten.

(1) Österreich hat ein gut funktionierendes öffentliches Pensionssystem, das im Interesse der privaten Konkurrenz schlechtgeredet wird. Wer seine künftige Pension erhöhen will, kann dies auch im öffentlichen Umlageverfahren über eine freiwillige Höherversicherung tun. Viel sinnvoller wäre daher eine verstärkte Information darüber und Aufklärung über die Risiken der privaten Pensionsvorsorge, fordert Attac.



Quelle

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Geschrieben von Option

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