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Studie: Biolandwirtschaft steigert Pflanzenvielfalt um 230 %

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In einem über zehnjährigen Langzeitversuch hat ein Forschungsteam, geleitet vom schweizer Kompetenzzentrum für landwirtschaftliche Forschung, Agroscope, systematisch ermittelt, wie sich vier verschiedene Ackerbausysteme auf Umweltverträglichkeit, Produktivität und Ökonomie auswirken.

Die Ergebnisse wurden kürzlich in der Fachzeitschrift „Science Advances“ veröffentlicht. Hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse aus der Mitteilung von Agroscope:

  • Biologisch bewirtschaftete Ackerbausysteme sind durchschnittlich doppelt so gut für die Umwelt als die konventionelle Landwirtschaft mit Pflug.
  • Ein Feld, das nach Biorichtlinien bewirtschaftet wird, weist eine 230 Prozent höhere oberirdische Pflanzenartenvielfalt aus als ein herkömmlich bearbeitetes Feld.
  • Im Boden wurden 90 Prozent mehr Regenwürmer in Bioparzellen und sogar 150 Prozent mehr in Parzellen ohne Pflugeinsatz gefunden.
  • Gegenüber konventionell gepflügten Böden schneiden der reduzierte Pflugeinsatz und die beiden Bioanbautypen mit 46 bis 93 Prozent weniger Erosion besser ab.

Verbesserungspotenzial bei Ertrag

Beim Ertrag zeigt sich die „Achillesferse“ der biologischen Landwirtschaft, so die Studienautor*innen: „Der langjährige Versuch bestätigt, dass der Biolandbau (gepflügt und ungepflügt) weniger ertragreich ist. So lagen die Erträge durchschnittlich 22 Prozent tiefer als bei konventionellen Produktionsmethoden mit Pflug. Das liegt unter anderem auch am Verbot von Kunstdünger und chemisch-synthetischen Pestiziden.“

Verbessern könne man dieses Ergebnis zum Beispiel mit der verstärkten Züchtung von resistenten Pflanzensorten, und einem verbesserten biologischen Pflanzenschutz.

Bilanz von Bio „ausgeglichener“

Insgesamt ziehen die Expert*innen folgende Bilanz: „Die Studie zeigt: Alle vier untersuchten Anbausysteme haben Vor- und Nachteile. Jedoch sind die Biobewirtschaftung und die bodenschonende Direktsaatmethode aus systemischer Sicht ausgeglichener bezüglich Ertrag und Umweltwirkungen.“

Für die Studie wurden diese vier Anbaumethoden auf Parzellen außerhalb von Zürich verglichen: die konventionelle Landwirtschaft mit Pflug, die konventionelle Landwirtschaft ohne Pflug (Direktsaat), der Biolandbau mit Pflug und Bio mit reduzierter Bodenbearbeitung.

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Geschrieben von Karin Bornett

Freie Journalistin und Bloggerin in der Option Community. Technikaffines Labradorfrauchen mit Leidenschaft für Dorfidylle und Faible für urbane Kultur.
www.karinbornett.at

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